Ethische Grundsätze

Im Rahmen der Vermittlung von osteuropäischen Betreuungskräften für die Betreuung in häuslicher Gemeinschaft vertritt die Sozialagentur Oberbayern wichtige ethische Grundsätze:

Grundsatz der Zumutbarkeit

Im Allgemeinen können hilfsbedürftige Personen mit nahezu allen Krankheitsbildern betreut werden; nur in wenigen Erkrankungsfällen oder deren Symptomen lässt die Situation eine Betreuung in häuslicher Gemeinschaft überhaupt nicht oder nicht ausreichend zu. Grundsätzlich kann eine hilfsbedürftige Person jedoch nur dann betreut werden, wenn die Betreuungstätigkeiten, die durchzuführen sind, in Umfang und Art einer Betreuungskraft zumutbar sind. In Fragen der Unterbringung ist zur Regenerationsmöglichkeit und zur Wahrung der Privatsphäre einer Betreuungskraft ein eigenes, gut bewohnbares, absperrbares Zimmer bereit zu stellen, in das sich eine Betreuungskraft zurückziehen können muss. Zudem ist eine adäquate und für alle Parteien vertretbare Freizeitregelung der Betreuungskraft notwendig, sodass Phasen der Regeneration gewährleistet sind. Dazu zählt auch ein adäquater Freizeitausgleich bei gegebenenfalls erforderlichen Nachteinsätzen.

Grundsatz von Respekt und Wertschätzung

So unterschiedlich die Betreuungssituation vor Ort ist, so unterschiedlich sind die Menschen mit ihren individuellen Persönlichkeiten und Gewohnheiten, die zueinander geführt werden. Meist findet sich eine Situation vor, in der die Betreuungskraft gut integriert ist und wie ein weiteres Familienmitglied angesehen wird und sich so fühlt. In anderen Betreuungssituationen findet sich die Situation eines neutralen, nüchternen Dienstleistungsverhältnisses wieder. Zur Sicherstellung einer zufrieden stellenden Betreuung in häuslicher Gemeinschaft sind in jeder Situation gegenseitige Wertschätzung, Respekt und Verständnis für einander unabdingbar. Ein kooperatives, situatives Miteinander, ein „Hand-in-Hand-Agieren“ und ein Verständnis für die Andersartigkeit (Kulturunterschiede) und ein moderater Umgang mit möglichen sprachlichen Barrieren sind oftmals der Schlüssel zu einer erfolgreichen Betreuung.

Grundsatz der Legalität und soziale Absicherung

Die Sozialagentur Oberbayern arbeitet ausschließlich auf Basis der Entsendung (Artikel 13 Entsendung). Durch uns vermittelte Betreuungskräfte verfügen über einen sozialversicherungspflichtigen (Krankenversicherung, Rentenversicherung und Unfallversicherung) rechtsgültigen Arbeitsvertrag mit deren Arbeitgeber / unseren osteuropäischen Partnerunternehmen. Die durch uns vermittelten Betreuungskräfte verfügen über die -bei der Entsendung erforderlichen- A1 Bescheinigung, die jeweils stellenbezogen von den zuständigen Ämtern ausgestellt und innerhalb von 5 – 8 Wochen zugestellt wird. Die ordnungsgemäße Handhabung mit den Dokumenten wird durch die Sozialagentur Oberbayern regelmäßig überprüft. Die personenbezogenen Daten einer jeden Betreuungskraft werden parallel auch digital in einer europäischen Datenbank geführt, die jederzeit von deutschen Behörden abgerufen werden kann. Jede Betreuungskraft kann sich bei Anreise EU-Entsenderichtlinien-konform ausweisen. Im Schadens- und Krankheitsfall sind die durch uns vermittelten Betreuungskräfte versichert und verfügen über die sogenannte EKUZ-Karte (Krankenkassenkarte) oder einen Nachweis der Beantragung. Die an die Betreuungskräfte gezahlten Gehälter basieren immer auf in Deutschland geltendem Mindestlohn.

Ein respektvolles, menschenwürdiges und lösungsorientiertes Agieren zählt zu den Grundsätzen der Sozialagentur Oberbayern. Wo diese Grundsätze verletzt werden, beispielsweise aufgrund von verletzenden Äußerungen bezüglich der Herkunft, des Geschlechtes, der sexuellen Orientierung oder bei sexueller Belästigung, behalten wir uns eine fristlose Kündigung des Betreuungsverhältnisses vor.