Checkliste für die Betreuung in häuslicher Umgebung

Auf was ist bei der Auswahl einer Agentur zu achten?

Lesen Sie hier die 8 wichtigsten Kriterien, die Sie bei der Wahl eines Vermittlungsunternehmens beachten sollten.

1. Persönlicher Ansprechpartner vor Ort

Um eine geeignete Betreuungskraft zu finden, sollten Sie darauf achten, dass Sie bei der Auswahl eines Anbieters unbedingt einen persönlichen Ansprechpartner vor Ort haben. Dieser sollte Sie und Ihre Angehörigen im Vorfeld umfassend beraten. Er sollte sich die Örtlichkeiten ansehen und mit Ihnen einen detaillierten Fragebogen zu Ihrer individuellen Pflegesituation aufnehmen.

2. Unverbindlicher Vorschlag einer Betreuungskraft

In der Regel genügt ein sorgfältig nach Ihren Wünschen ausgewählter Vorschlag einer Betreuungskraft.
Wichtig dabei ist, dass die Betreuungskraft vorab über die Örtlichkeiten und den Betreuungsbedarf informiert wird, damit sie genau weiß, was sie am Einsatzort erwartet. Somit reduziert sich das Risiko, dass es vor Ort nicht funktioniert nur auf den Sympathiefaktor. Damit Sie sich ein genaues Bild von der Betreuungskraft machen können, sollte der Vorschlag ein Foto, einen Lebenslauf und Referenzen der letzten Stellen enthalten. Um sich einen Eindruck über die Sprachkenntnisse der Betreuungskraft zu verschaffen, sollten Sie die Möglichkeit eines Telefonats im Vorfeld nutzen. Die individuelle Wahrnehmung von befriedigenden und guten Deutschkenntnissen ist sehr unterschiedlich.

3. Tagesgenauer Gesamtpreis ohne Zusatzkosten

Damit Sie im Nachgang nicht von unerwartet hohen Rechnungsbeträgen überrascht werden, sollten Sie darauf achten, dass bei Vertragsabschluss ein fester Tagessatz oder ein fixer Monatsbetrag vereinbart wird.

Vertragsgemäß enthaltene Fixkosten:

• An- und Abreise
• Vermittlungsgebühren
• Betreuungsgebühren
• Versicherung

Mögliche Zusatzkosten:

• Nachtzuschlag für die Nachtbetreuung
• 6-8 Feiertage, die doppelt berechnet werden
(die Betreuungskräfte verdienen an
Feiertagen mehr)
• Änderung des Gesundheitszustandes
• Freie Kost und Logis

Individuelle Kostenanpassung:

• Tagessatz-/Monatsbetraganpassung bei besseren oder schlechteren Deutschkenntnissen während der Vertragslaufzeit
• Eine Anpassung während der Vertragslaufzeit muss möglich sein, wenn sich der Gesundheitszustand verändert oder auch der Ehepartner Hilfe benötigt

4. Engagement in der Weiterbildung der Betreuungskräfte

Grundsätzlich sollten Sie darauf achten, dass nur Personal zum Einsatz kommt, welches Pflegekurse bzw. Fachkenntnisse und Erfahrung in der häuslichen Betreuung vorweisen kann.  Das heißt, z. B. bei Demenz muss eine Betreuungskraft mit dem speziellen Krankheitsbild umgehen können. Bedenken Sie, auch schlechte Deutschkenntnisse können hier zu massiven Problemen führen.

5. Vernetzung mit anderen Branchenvertretern

Wichtig ist die Vernetzung mit anderen Branchenvertretern wie Pflegediensten, Krankenhäusern und Sozialdiensten:

• Besonders bei medizinischen Erfordernissen kommt das Modell der Betreuung in häuslicher Gemeinschaft an seine Grenzen. Versicherungstechnisch dürfen die Betreuungskräfte keine medizinische Versorgung leisten (sollten hier Behandlungsfehler stattfinden, sind weder die Agentur, der Arbeitgeber, noch die Betreuungskraft haftbar).
• Auch für die Freizeitregelung kann es hilfreich sein, auf einen ambulanten Pflegedienst oder auf eine Tagesstätte zurückzugreifen.

• Um eine durchgängige Versorgung des Patienten zu gewährleisten, sollte eine enge Vernetzung zwischen Krankenhaus und der Agentur vorhanden sein.
• Eine seriöse Vermittlungsagentur erkennen Sie
daran, dass sie Hand in Hand mit anderen Organisationen zusammenarbeitet.

6. Entsendung und Sozialversicherung der Betreuungsperson

Es gibt momentan drei rechtlich zulässige Modelle:

1. Entsendung
Die entsendeten Betreuungskräfte sind in ihrem Heimatland angestellt und entrichten dort nach den geltenden gesetzlichen Regelungen Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Dies wird durch einen Sozialversicherungsnachweis, wie z. B. dem europäischen Formblatt A1 dokumentiert.

2. Selbständigenmodell
Die Betreuerinnen und Betreuer üben Ihre selbständige Tätigkeit auf Grundlage des geltenden EU-Rechts mit deutschem Gewerbe aus. Dabei ist drauf zu achten, dass sämtliche notwendigen Versicherungen bestehen (Krankenversicherung, Haftpflichtversicherung etc.) und dass sie im Zeitraum eines Jahres mehrere Familien betreuen. Ist das nicht der Fall, liegt eine Scheinselbstständigkeit vor.

3. Arbeitgebermodell
Die Betreuungskräfte werden als Arbeitnehmer direkt durch die Familie angestellt. Im Rahmen dieses Arbeitsverhältnisses muss ein Arbeitsvertrag geschlossen und der Arbeitnehmer bei Berufsgenossenschaft und Unfallkasse angemeldet werden. Monatlich ist eine Lohnabrechnung zu erstellen und die Abführung der Sozialversicherungsbeiträge durch den Arbeitgeber, die Familie, hat zu erfolgen. Im Fall von Krankheit oder Urlaub der Betreuungskräfte entsteht eine Versorgungslücke.

7. Kündigungsfrist und Vertragsruhe

• Maximal 14-tägige Kündigungsfrist zu jeder Zeit.
• Vertragsende nach maximal 7 Tagen bei Todesfall, wenn möglich ohne Nachweis von Sterbeurkunde oder Totenschein (in der Regel haben die Hinterbliebenen in so einem Fall andere Dinge zu erledigen).

• Eine Vertragsruhe ist jederzeit möglich. Sollte ein längerer Krankenhausaufenthalt / Rehabilitationsmaßnahme notwendig sein, sollten Sie die Möglichkeit haben, den Vertrag ruhend zu stellen, um die
Kosten in der Zeit ohne Betreuung zu reduzieren. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass aufgrund der An- und Abreise der Betreuungskraft eine Unterbrechung von weniger als
14 Tagen nicht möglich ist.

8. Geld-zurück-Garantie und Zufriedenheitsgarantie

Professionelle Anbieter bieten eine Geld-zurück-Garantie und/oder Zufriedenheitsgarantie. Aufgrund detaillierter, strukturierter Arbeitsweise und überdurchschnittlichen Qualitätsstandards können nur professionelle Anbieter diese außergewöhnlichen Garantieregelungen anbieten, da sie bereits im Vorfeld gemeinsam mit dem Kunden und dem Patienten die Situation realistisch einzuschätzen wissen.